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Epsilon Aurigae - der Stern von Quedlinburg PDF Drucken E-Mail
Montag, 19. April 2010 um 12:56

 

 

Epsilon Aurigae“ wird als Stern von Quedlinburg bezeichnet

 

geschrieben von Karl-Heinz Mau - Wegeleben

 

Im Jahre 1821 fiel dem Quedlinburger Pfarrer Johann Heinrich Fritsch, der auch ein leidenschaftlicher Himmelsbeobachter war, etwas Seltsames an einem Stern im Sternbild Fuhrmann (Auriga) auf: der Stern Epsilon Aurigae hatte keine konstante Helligkeit. Er erschien nämlich deutlich lichtschwächer, als in alten Sternkarten verzeichnet. Später bestätigten andere Astronomen diese Entdeckung von Johann Heinrich Fritsch.

 

Im Weltall gibt es zahlreiche Sterne mit deutlichen Helligkeitsschwankungen, welche sich in verschiedene typische Klassen einordnen lassen. Epsilon Aurigae gehört zur Klasse der so genannten „Bedeckungsveränderlichen“. Bei diesen Bedeckungsveränderlichen haben wir ein Doppelsternsystem vor uns, wo sich zwei Sterne mit unterschiedlicher Helligkeit umkreisen. Das hat zur Folge, dass sich, von der Blickrichtung Erde aus gesehen, beide Komponenten des jeweiligen Doppelsternsystems gegenseitig bedecken. Schiebt sich nun die dunklere Komponente des Doppelsterns vor die hellere, so kommt es zu einer Art Sternenfinsternis. Die Helligkeit des Gesamtsystems sinkt deutlich ab.

 

Das Besondere am bedeckungsveränderlichen Epsilon Arigae ist, dass er eine ungewöhnlich lange Umlaufperiode von 27,1 Jahren hat. Das letzte „Minimallicht“ wurde im Jahre 1983 beobachtet. Für das Jahr 2010 steht das nächste Minimum bevor. Seit August 2009 hat der Helligkeitsabfall begonnen, der dann im August 2010 am größten sein wird. Bis März 2011 wird dieses Helligkeitsminimum bestehen bleiben. Dann beginnt wieder der Anstieg der Helligkeit, die im Mai 2011 ihr Maximum erreicht haben wird.

 

Die wahre Natur des ca. 3000 Lichtjahre entfernten Doppelsternsystems Epsilon Aurigae ist aber noch völlig unklar. Die Hauptkomponente dieses Doppelsternsystems ist ein gelber Riesenstern von über 200-fachem Sonnendurchmesser. Bei der umkreisenden dunklen Komponente handelt es sich nicht um einen Stern, sondern wohl eher um eine riesige nichthomogene Staubscheibe, welche den hellen Zentralstern alle 27,1 Jahre umkreist und verfinstert. Die genaue Natur dieses ungewöhnlichen Doppelsternsystems wird vielleicht während des diesmaligen Bedeckungsvorganges gelöst werden können.

 

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8. Sternfreundetreffen Todtenrode PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wilfried Lassak   
Freitag, 16. April 2010 um 17:09

Neun Mitglieder unserer AG nahmen vom 8.-11. April 2010 am 8. Sternfreundetreffen in Todtenrode teil. Die Astronomische Gesellschaft Magdeburg, der Veranstalter dieses Treffens, hatte dazu ein anspruchsvolles Programm zusammen gestellt.

Eine Exkursion führte die Teilnehmer zu einer Mineraliensammlung mit Meteoriten nach Neudorf, zum Josephskreuz auf den Auerberg und nach Stolberg.

In den beiden Beobachtungsnächten waren 12 Teleskope aufgestellt.

Die Vielfalt der Vorträge war groß und reichte von der Hettstedter Himmelskugel, der Sonnenfinsternis in China und der Antaresbedeckung in der Türkei über fotografische Beobachtungsergebnisse und dem Sternenhimmel über Las Palma bis zur Wiederkehr des Mars und zum Weg eines Sterns zu Supernova.

Das 9. Sternfreundetreffen findet am ersten Aprilwochenende 2011 wieder in Todtenrode statt.

 

Fotos siehe Rubrik Exkursionen/Vereinstreffen -> Vereinstreffen

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Sternwarte PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wilfried Lassak   
Samstag, 11. Juli 2009 um 20:36

Die Arbeitsgemeinschaft Astronomie und Raumfahrt beabsichtigt, im Internationalen Jahr der Astronomie und im 34. Jahr ihres Bestehens den Grundstein zu einer Volks- und Schulsternwarte zu legen.

Astronomische Aktivitäten lassen sich in der Weltkulturerbestadt Quedlinburg bis ins Jahr 1821 zurückverfolgen. Damals entdeckte der Oberprediger der Benediktikirche, Herr Johann Heinrich Fritsch, die Veränderlichkeit des Sternes Epsilon Aurigae, was insofern bedeutsam ist, da dieser Stern seine Helligkeit nur alle 28 Jahre ändert. Deshalb soll die Sternwarte nach Fritsch benannt werden.

Der Standort soll auf dem Strohberg sein, einem Bergrücken am Westrand der Stadt, der hinsichtlich seiner meteorologischen Lage günstig ist, da er die für Quedlinburg typische Dunstglocke überragt und außerdem kaum von Streulicht beeinflusst ist. Dieser Standort ist verkehrstechnisch und versorgungstechnisch erschlossen, da er sich in unmittelbarer Nähe des historisch wertvollen Münzenbergensembles befindet.

Der Baukörper soll ein zweigeschossiges Massivgebäude werden. Im Erdgeschoss sollen sich ein Schulungs- und Tagungsraum, die sanitären Einrichtungen, Lager- und Technikräume befinden. Das Obergeschoss soll aus dem Kuppelbau mit den Beobachtungsgeräten und einer nach Süden ausgerichteten Beobachtungsplattform bestehen. Der Zugang zum Gebäude soll barrierefrei ausgeführt werden, so dass auch die Benutzung der Beobachtungsgeräte in der Kuppel für Rollstuhlfahrer möglich ist.

In der Sternwarte sollen Vorträge, öffentliche Beobachtungen und Unterrichts-veranstaltungen stattfinden. Aus diesem Grund wird eine Patenschaftsvereinbarung mit dem GuthsMuths Gymnasium abgeschlossen. Die Sekundarschulen der Stadt sollen ihren Astronomieunterricht durch Nutzung der Sternwarte weiter verbessern.

Da im Kultur- und Heimatverein weitere Fachgruppen bestehen, sollen auch diese das Objekt für ihre Veranstaltungen nutzen, insbesondere die IG Ornithologie und Naturschutz als Naturschutzstützpunkt. In erster Linie soll die für diesen Standort typische Flora wiederhergestellt werden. Dazu ist es erforderlich, den eutrophierten und ruderalisierten Boden abzutragen, um eine öffentlich zugängliche Demonstrationsfläche zur Darstellung eines Schlichtmagerrasens mit entsprechender autochtomer Flora zu schaffen. Dies soll eine nachhaltige und dauerhafte Schutzmaßnahme sein, die in Verbindung mit dem in der Nähe befindlichen FFH anzusehen ist.

Die von der Arbeitsgemeinschaft Astronomie und Raumfahrt eingereichte Bauvoranfrage zum Bau der Volks- und Schulsternwarte wurde seitens der Stadt Quedlinburg und des Landkreises Harz positiv beschieden.

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