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Stadtspaziergänge lassen Kulturhistorie erleben
Die vorliegende Internetpräsentation „Kulturhistorie Quedlinburg“ lädt ab dem 1. November 2008 jeweils zum Monatsbeginn zu einem neuen „Themen-Spaziergang durch das kulturhistorische Quedlinburg“ ein. Verfasser dieser Aufsätze ist Manfred Mittelstaedt, Jahrgang 1940, Mitbegründer des Kultur- und Heimatvereins Quedlinburg e.V. Dem Quedlinburger Quedel-Verlag danken wir für die kostenfreie Bereitstellung der Aufsatz-Datei. Alle Fotos: Sammlung Manfred Mittelstaedt
Quedlinburg - ein Glanzlicht der Vergangenheit, heute ein Denkmal des kulturellen Welterbes, dass Zukunft ermöglicht.
Quedlinburg - eine kleine Stadt mit gegenwärtig ca. 22.000 Einwohnern im Bundesland Sachsen-Anhalt, ist an der Hauptstraße der Geschichte unserer Nation angesiedelt: Der Ort liegt auf uralter Kulturstätte im nördlichen Harzvorland, am Bodelauf. Sind die Wurzeln des fränkischen Kaiserreiches in Aachen zu suchen, so finden wir die Wurzeln unserer deutschen Geschichte in Quedlinburg. Im Jahre 814 war Karl der Große verstorben. Das Frankenreichen zerfiel. In den folgenden Wirren stieg das Herzogtum in Sachsen zum bedeutendsten Stammesherzogtum auf. Der Ort Quedlinburg wurde im 9. Jahrhundert zu einem bedeutenden sächsischen Stammsitz. Anfang des 10. Jahrhunderts entwickelte sich dann um den Harz die erste deutsche Königslandschaft mit dem Zentrum Quedlinburg. Der Harz wurde mit Quedlinburg, seiner auf uns gekommenen historisch bedeutendsten Stadt, als herausragender Ort der deutschen Geschichte eine Quelle, die den Strom unserer Geschichte speiste. In dieser Funktion spielte Quedlinburg in der Geschichtsschreibung, im Tourismus und im Kulturtourismus schon immer eine außergewöhnliche Rolle. Von nationalem Rang für unsere Kulturentwicklung sind die Zeugen der Quedlinburger Geschichte. Unsere kleine Stadt Quedlinburg repräsentiert nicht erst seit heute Kunst und Kultur von europäischem Rang. Seitdem sich beginnend mit der Wende zum 19. Jahrhundert, Gelehrte und Forscher mit historischen Bauformen beschäftigen (diese Zeit rechnet auch als Beginn der Denkmalpflege), galt Quedlinburg schon immer eine hohe Wertschätzung. Das ist geschichtlich begründet. Es ist deshalb ein besonderer Reiz, in Geschichtswerken, in alten Reiseführern und Reisebeschreibungen zu blättern und über den Harz und seine Orte nachzulesen.
Sie bezeugen: Quedlinburg ist uns geblieben als Stadt und Stätte deutscher Geschichte, als einzigartiges, unter Denkmalschutz stehendes Ensemble der Kultur, Stadtbaukunst und Fachwerkarchitektur von internationalem Rang, als Zeugnis der Baukunst der Romanik, sowie als Ballung qualitätsvollster Architektur und Ausstattungskunst der Gründerjahre und des Jugendstils, seit 1994 für immer geschützt durch Eintragung auf der 1972 beschlossenen UNESCO-Liste des Welterbes.
Hier in Quedlinburg ist sichtbar, wie Vergangenheit Zukunft befördern kann.
Nordwest-Seite des Quedlinburger Marktplatzes am Anfang des 20. Jahrhunderts. Nach der großen Est- und Ostflügel-Erweiterung des mittelalterlichen Rathauses von 1898/1901 passierte die Quedlinburger und ihre Gäste wieder ungestört das in Maßstäblichkeit und Raumordnung unverletzt gebliebende Marktplatz-Ensemble mittelalterlicher Stadtbaukunst. Quedlinburg bezeugt das Werden mittelalterlicher Städte Ein großer Anblick:
Die doppeltürmige, quedlinburger Stifts- und Domhöhe, das Wahrzeichen der Welterbestadt. Der quedlinburger Burgberg gekrönt zu den bedeutendsten Städte aus der Frühzeit der deutschen Geschichte aus dem Anfang des 10. Jahrhunderts. Am Ende des 10. Jahrhunderts stand der Burgberg im Mittelpunkt deutscher Geschichte. Seine Seine königliche Domherren-Philosophie: „Der Name des Herren ist eine feste Burg.“ Südwestseite des Burgberges des heutigen Schlossberges. Sie Aufnahme aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts zeigt noch die von 1877 bis 1882 realisierte Doppelturmfront „rheinischer Helme“. Bereits im 10. Jahrhundert hatten die ersten Könige der geistlichen und weltlichen „Herrschaft Quedlinburgs“ Privilegie für Handel und handwerkliche Produktion. Aufbauend auf diesen Keimzellen frühstädtischer Entwicklung, den herrschaftlichen Frühstädten, entwickelten sich die spätmittelalterlichen Bürgerstädte. Die Vorrangstellung Quedlinburgs in der Regierungszeit der Ottonen und mit Einschränkung in der Salierzeit als Königssitz (Pfalz), als Versammlungsort der Großen bzw. der Stämme des ostfränkisch-deutschen Staates und nicht zuletzt als Herrschersitz eines der bedeutendsten Reichsstifte nördlich der Alpen, beförderte den „topographischen Dualismus“ von Königsstadt (Frühstadt) und Bürgerstadt (Rechtsstadt) mittelalterliche Stadtwerdung des Ortes. Der Marktplatz wurde das Hauptzentrum der Fernhandels- und Bürgerstadt und zugleich Zeugnis bürgerlicher Stadtbaukunst.
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Der „WEIßE ENGEL“ in Quedlinburg, ein Botschafts-Forum von Format |
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Geschrieben von: Manfred Mittelstaed
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Mittwoch, 02. Dezember 2009 um 14:53 |
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- Das berühmte ENGELS - ZIMMER gab der Herberge ihren Namen -
Die Weihnachtsfesttage und mit ihnen die Erinnerung an die Geburt Christi stehen bevor. Dazu versammeln sich die Gemeinden an den feierlichsten Stätten. Anlass genug, an Versammlungsorten, wie Herbergen, an christliche Botschaften zu erinnern. In Quedlinburg, einem städtischen Glaubensbekenntnis, brauchen wir nicht lange auf große Suche zu gehen. Der „Weiße Engel“, eine Herberge mit Geschichte und Tradition, gewährt seit jeher nicht nur jedem Suchenden Einlass. Das Haus macht seinem Namen alle Ehre. Der Anspruch des Bauherren nach festlichem Gastempfang und Herbergsbotschaft entfaltet das Obergeschosszimmer des Kopfgebäudes, das Engelszimmer mit seinen herrlichen Skulpturen. Sieben von zwölf Stuckdeckenfeldern erzählen die Tobias-Legende. Tobias heißt hebräisch „Gott ist gut“. Die übrigen fünf Felder symbolisieren die Sinne, die Arten unserer Wahrnehmung. Der festliche Herbergsraum, das ENGELSZIMMER, macht neugierig auf das ganze Haus. Seine Historie erzählen uns die Steine und himmlische Symbolfiguren der Kulturstätte, zum Beispiel Engel. Engel, abgeleitet vom griechischen Wort „angelos“, sind nach biblischem Verständnis als halbgöttliche Wesen „Boten Gottes“. Anfang des 20. Jahrhunderts gehörte der „WEIßE ENGEL“ zu den bekannten QUEDLINBURGER GASTHÖFEN. Das HAUS warb mit „einfachen Gastzimmern“ und der Hausanschrift „HALTESTELLE des OMNIBUS Quedlinburg - Halberstadt“ entlang der Altetopfstraße (Verkehrseröffnung 1851).
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QUEDLINBURG ist ein GLAUBENSBEKENNTNIS, erstmals 922 beurkundet |
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Geschrieben von: Manfred Mittelstaedt
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Mittwoch, 02. Dezember 2009 um 14:25 |
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Die Beurkundung der Quedlinburger Stadtgeburt
Die Königsstadt Quedlinburg, die Keimzelle der heutigen Welterbestadt, begeht jährlich am 22. April ihren Geburtstag aus Anlass ihrer ersten urkundlichen Erwähnung in einer Bestätigungsurkunde König Heinrichs I. vom 22. April 922. In diesem Jahr 2009 ist es der 1087. Geburtstag. Diese königliche Urkunde nennt als Ausstellungsort des Diploms die „villa quitilingaburg“, den „Königshof Quedlinburg“, den „Königssitz der Quedlinburg genannten Königs-Grundherrschaft“. Die Königsurkunde vom 22. April 922 war abgefasst worden, um Rechtsansprüche für das Kloster Corvey zu sichern. Zu diesem Zweck hatte sich Abt Folkmar von Corvey (917 - 942) Ostern 922 an den Hof Heinrichs I. nach Quedlinburg begeben. Mit der Nennung des Urkundenausstellungsortes „Quedlinburg“ erlangt die Urkunde für die Königsstadt historische Bedeutung: König Heinrich I. ließ hier den Königsort Quedlinburg zu dem ersten Lieblingssitz eines deutschen Königs beurkunden. Das Diplom war in der Kanzlei des Königs in Latein abgefasst und in Quedlinburg „vollzogen“ worden. Latein war am Beginn unserer Nation die Rechtssprache. So vermittelt auch die Quedlinburg-Urkunde von 922 „kulturelle Grundlagen des heutigen Europa“.
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