Wahl der Fachgruppe Mykologie

Foto: Annette Meves

Regine Wandelt (links) Renate Flügel (rechts)

Am 20. Juni fand die Wahl des neuen Vorstandes der Fachgruppe Mykologie in Güntersberge statt. Ein ganz wichtiger Tagesordnungspunkt war die Entlastung des alten Vorstandes: Regine Wandelt als Vorsitzende, Hartmut Schubert als Stellvertreter und Renate Flügel als Kassenwart. Unser ganz besonderer Dank galt Regine Wandelt, die seit 2008 mit sehr großem Einsatz die Veranstaltungen der Fachgruppe organisiert und geleitet hat. Alle Anwesenden waren sich einig, dass sie maßgeblich zum Erfolg und Zusammenhalt unserer Fachgruppe beigetragen hat. Regine erklärte sich bereit auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Torsten Brilloff wurde neuer Leiter der Fachgruppe, Eik Schrader Stellvertretender Leiter, Renate Flügel Kassenwart, Steffi Brackhan 1. Beisitzer und Hardy Simm 2. Beisitzer. Die Amtszeit wurde auf 2 Jahre festgesetzt.

Es war eine sehr positive Atmosphäre der Veranstaltung, die der Fachgruppe nach der schwierigen Zeit mit den Einschränkungen durch Corona neuen Schwung verleiht. Durch die Aufstockung der Leitung von 3 auf 5 Personen erfolgt eine breitere Aufgabenverteilung. Auch die zahlreichen Niederschläge und das damit verbundene Pilzwachstum lassen uns optimistisch in die Zukunft blicken.

Pilze aktuell - Mai 2021

 

Schuppiger Stielporling (Cerioporus squamosus)

 Foto: Annette Meves

Pilze aktuell - April 2021

Foto: Annette Meves

Gemeiner Tiegelteuerling (Crucibulum laeve)

Die uralten fantasievollen Geschichten, die sich um diese Pilzart ranken, beweisen wieder einmal wie sehr sich unsere Vorfahren mit den kleinsten Details unserer Natur auseinander gesetzt haben. Sie gaben ihnen die bildhaften Namen Brotkorbpilz und Vogelnestpilz. Die winzigen linsenförmigen weißen Sporenpakete (Peridiolen) deuteten sie in der Vorhersage als Mini-Münzen. Dadurch befürchteten sie bei einem massenhaften Auftreten in feuchten Jahren, dass alles viel teuerer werden würde. Auch heute noch ist das Interesse an den Gemeinen Tiegelteuerlingen groß. 2014 wurden sie zum Pilz des Jahres ernannt.

Die 0,5 bis 1,2cm großen Fruchtkörper sind anfangs fast kugelig und später tiegelartig geformt. Außen sind sie gelb-orange und filzig behaart und innen glatt und hell beige. Am Scheitel befindet sich ein oranges Häutchen, dass bei zunehmender Reife aufreißt und den Blick frei gibt auf die weißlichen Peridiolen. Diese sind zum Beginn am Boden des Fruchtkörpers angeheftet durch einen Myzelstrang. Später löst sich die Verbindung und zusammen mit dem klebrigen Myzelstrang werden die Sporenpakete durch Regentropfen, kleine Vögel oder Insekten aus dem Tiegel entfernt und dienen zur weiteren Verbreitung. Der Geruch ist neutral, der Geschmack unbedeutend und das Fleisch gelbbraun bis rotbraun. Gemeine Tiegelteuerlinge sind ungeniessbar.

In der frostfreien Zeit sind sie vom Frühjahr bis teilweise zum Jahresende zu finden. Auch wenn es manchmal so scheint, als ob sie direkt auf dem Erdboden wachsen würden, stellt sich beim näheren Hinsehen heraus, dass sie ihrer Aufgabe als Folgezersetzer gerecht werden und auf Holzresten und vergrabenen Pflanzenteilen fruktizieren.

Pilze aktuell - März 2021

Borstiger Kotling (Lasiobolus)

Foto: Annette Meves

Da im Monat März noch nicht viel Auswahl an großen Pilzen ist, möchte ich jetzt diese Kleinpilze aus der Gattung der Becherlinge/Kotlinge zeigen. Auch wenn der Name bei einigen Ekel hervorrufen könnte, sei an dieser Stelle erwähnt, dass die sehr beliebten Kultur - Champions auf Pferdemist angebaut werden.

Diese gelben, ca. 5mm kleinen Pilze wachsen auf Wildschweinkot. Nur durch eine Lupe kann man das genaue Erscheinungsbild der dottergelben sternförmig anmutenden Pilze richtig erkennen. Sie sind zwar selten, aber wenn die Bedingungen passen, können sie an einem Standort massenhaft im März auftreten. Für ein genaueres Verständnis der Mykologie gehören auch sie in diese Beitragsreihe.

Pilze aktuell - Februar 2021

Erlenkätzchen-Becherling ( Ciboria amentacea)

Direkt nach der Schneeschmelze Anfang Februar bis in den Mai hinein fruktizieren winzige Stielbecherlinge auf den verotteten männlichen Kätzchen des Vorjahres von Erlen und Haselnussgewächsen. Man braucht gute Augen, um die 0,2 - 1,0 cm kleinen Hüte auf den 1 - 2 cm langen dünnen Stielen zu entdecken. Anfangs sind die okerfarbenen bis orangen Hüte kugelförmig, später becherförmig und danach scheibenartig. Die Oberfläche ist glatt und kahl. Allein der Hutrand ist farblich heller abgesetzt und flockig. Das Fleisch ist wachsartig und zerbrechlich, der Geruch neutral und der Geschmack mild. Auch wenn wahrscheinlich niemand auf die Idee kommen würde diese winzigen Pilzchen als Mahlzeit zuzubereiten, sei erwähnt, dass sie ungeniessbar sind.

Foto: Annette Meves